
Energiesparen
Der Kauf oder das Erben einer gebrauchten Immobilie und geänderte Wohnansprüche
sind meist die Anlässe, an Modernisierung oder Umbau des Eigenheims zu
denken. Dabei kommt den Energiespar-
maßnahmen im Gebäudebestand eine besondere Bedeutung zu. Immer dann,
wenn man an seinem Gebäude etwas erneuern oder verändern will, ist
es notwendig auch gleichzeitig den Wärmeschutz zu verbessern und somit
den Energieverbrauch zu reduzieren. Es gilt deshalb der wichtige Grundsatz:
Sanierungen, Instandsetzungen, Modernisierungen usw.
müssen auch immer mit Energiesparmaßnahmen (Wärmedämmung,
Heizungsmodernisierung usw.) verknüpft werden.
Die Energiebilanz: „Wie hoch ist der Energiebedarf?“
Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob der Energieverbrauch zu hoch
ist, und wenn ja, durch welche konkrete Maßnahme sich wie viel Energie
einsparen lässt? Um das herauszufinden muss man wissen: „Woher kommt
die Energie und wo geht sie hin?“
Die Antwort darauf zeigt die von uns erstellte Energiebilanz.
Sie wird detailliert und individuell für Ihr Gebäude erstellt. Dabei
wird der vorhandene Ist-Zustand des Hauses sehr genau untersucht. Konstruktive
und statische Details und eventuell im Laufe der Jahre aufgetretene Bauschäden
werden hierbei analysiert. Erst eine gründliche Untersuchung des Bestandes
gewährleistet, dass es zu einer späteren Planungs- bzw. Ausführungsphase
nicht zu unangenehmen und teuren Überraschungen kommt.
Mit den Daten der Bestandsaufnahme kann nun die
Energiebilanz des Gebäudes
erstellt werden. Dem Energieeinsatz in Form von Gas, Öl oder Strom und
den solaren Wärmegewinnen stehen die Energieverluste wie Transmissionswärmeverluste
durch die Bauteile, Lüftungswärmeverluste und die Wärmeverluste
der Heizungsanlage gegenüber.
Dem Berechnungsverfahren zur Erstellung der Energiebilanz liegt die Energieeinsparverordnung
(EnEV) zugrunde. Mit dem Monatsbilanz-
verfahren wird der monatliche Heizwärmebedarf bzw. der Jahresheiz-
wärmebedarf ihres Hauses ermittelt.
Die rechnerische Größe „Energiebedarf

“
(mit der Einheit kWh pro m
2 und Jahr)
ist mit dem tatsächlich vorhandenen Energieverbrauch abzugleichen. Dieser
geht aus eventuell vorliegenden Energieabrechnungen (Gas-
abrechnung oder Lieferscheine des Öllieferanten) hervor. Dazu teilt man
den Jahresenergieverbrauch (in kWh pro Jahr) durch die beheizbare Wohnfläche
(m
2) und erhält somit den Energiekennwert
(kWh/m
2a). Dieser liefert einen Hinweis
darauf, ob der Energieverbrauch zu hoch ist. Werte von über 190 kWh/m
2a
sind eindeutig zu hoch, aber leider im Altbaubestand der Regelfall. Hier rechnen
sich Energiesparmaßnahmen immer. Auch bei Werten zwischen 100 und 190
kWh/m
2a sollten Energiesparmaßnahmen
durchgeführt werden, und selbst bei Werten unter 100 kWh/m
2a
sind sie oft möglich und sinnvoll. Neubauten nach EnEV im Niedrigenergiehausstandard
verbrauchen ca. 50 kWh/m
2a, Passivhäuser
dürfen sogar nur maximal 15 kWh/m
2a
als Jahresheizwärmebedarf aufweisen. Dieses entspricht einem Verbrauch
von ca. 1,5 Liter Heizöl bzw. 1,5 m
3
Erdgas pro m
2 und Jahr.
Die Schwachpunkte am Gebäude
Aus der Energiebilanz werden die
Schwachpunkte des Gebäudes deutlich,
an denen besonders viel wertvolle Heizenergie entweicht. Die Energie, die durch
die einzelnen Bauteile verloren geht, kann in ihrer Größe direkt
abgelesen werden. So wird jedes Bauteil auf seine wärmedämmende Wirkung
hin untersucht und bewertet. Denn nur wenn man weiß, wo man wie viel Energie
sparen kann, kann man sein Geld auch optimal einsetzen.
Auf dieser Basis wird das
Sanierungs- bzw. Modernisierungskonzept erstellt.
Dabei werden verschiedene Sanierungsvarianten durchlaufen, aus denen sich
letztendlich das für das individuelle Gebäude passende Konzept wählen
lässt.
Im Detail bedeutet dieses für die einzelnen Bauteile:
Außenwände
Bei Altbauten, deren Baujahr vor 1980 liegt, besteht ein großes Energieeinsparpotential
in der Sanierung der Außenwände. Wenn dann auch noch ohnehin
notwendige Arbeiten wie das Erneuern des Putzes oder des Anstriches durchgeführt
werden müssen, lassen sich energiesparende Maßnahmen, wie z.B.
Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), Innendämmung oder Kerndämmung,
mit einem sehr geringen Mehrkostenaufwand realisieren.
Kellerdecke
Sie lässt sich mit relativ einfachen und auch kostengünstigen Arbeiten
wärmedämmtechnisch wesentlich verbessern. Ist der Keller eventuell
feucht, ist unbedingt zu handeln, da Feuchtig-
keit nicht nur der Bausubstanz schadet, sondern auch die Gesundheit der Bewohner
gefährden kann.
Oberste Geschossdecke
Bei Altbauten ist diese oft nur sehr unzureichend gedämmt. Auch eine
vorhandene, ungedämmte Bodentreppe führt zu einem großen Energieverlust.
Auch hier lassen sich kosten-
günstige Lösungen finden.
Dach
Bei dem Dach ist die Dachdeckung und die Dämmung zwischen den Sparren
von Interesse.
Fenster
Ein möglicher Austausch der Fenster ist genau zu untersuchen. Generell
kann aber gesagt werden, dass Fenster mit Einschei-
benverglasung auf jeden Fall auszutauschen sind. Auch lohnt es sich, Fenster
mit einer alten Mehrscheibenverglasung gegen neue Fenster auszuwechseln.
Heizungssystem
Hier gibt es mit der Einführung der EnEV konkrete gesetzliche Vorgaben,
die zu beachten sind. So sind z.B. Wärmever-
teilungsleitungen zur Begrenzung der Wärmeabgabe zu dämmen. Zu prüfen
wäre in diesem Zusammenhang auch, ob sich nicht die Umstellung auf einen
anderen Energieträger lohnt (wie z.B. Holz in Form von Pellets oder Solarenergie).
Lüftungssystem
Wenn das Gebäude komplett modernisiert und saniert werden muss, sollte
der Einbau einer Lüftungsanlage in Betracht gezogen werden. Gegen alle
Vorurteile minimiert diese die Lüftungswärmeverluste und trägt
über verbesserte Luftqualität erheblich zu einem höheren
Wohnkomfort bei.
Luftdichtheit
Bei einem zunehmenden Dämmstandard der Gebäudehülle bekommt
die Luftdichtheit ein immer größeres Gewicht. Mit einer luftdichten
Gebäudehülle steigt nicht nur der Wohn-
komfort, sondern Schäden in den Bauteilen wird vorgebeugt. Da die Ausbildung
der luftdichten Schicht sorgfältig anzuordnen ist, muss schon in der
Planung darauf geachtet werden. Bei einer Sanierung ist diese mit einfachen
Mitteln herzustellen.
Aus diesen einzelnen Sanierungsmöglichkeiten lässt sich ein Konzept
erstellen, welches alle Gesichtspunkte beachtet, und auch die Durchführung
einzelner Maßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt problemlos ermöglicht.